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Biochemie und Molekularbiologie sind Teilgebiete der
molekularen Biowissenschaften, aus welchen als praktische Anwendung die
Biotechnologie hervorgegangen ist. Biochemie und Molekularbiologie
untersuchen die molekularen Grundlagen der Lebensvorgänge, die in
Bakterien, Pflanzen und Tieren vergleichbar ablaufen.
Aktuelle Fragestellungen sind die räumliche Struktur der Proteine und
ihre Funktion als Nanomaschinen, die molekularen Grundlagen der
Aktivitäten des Gehirns, die Umwandlung von Licht in chemische Energie,
die Steuerung der Genaktivität. Aus der Medizin kommen Fragen über die
molekularen Grundlagen von Krankheiten und ihrer Therapie. Biochemische
Grund-
lagenforschung trägt bei zum Fortschritt in der Prävention von
viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten, der medizinischen
Diagnostik, der Lebensmitteltechnologie, Agrochemie und
Umwelttechnologie. Die Biochemie liefert entscheidende
wissenschaftliche Voraussetzungen für die Entwicklung neuer
Arzneimittel.
Ziel des Studiums ist es, in 4 1/2 Jahren die aktuelle bio-
chemische Fragestellung zu verstehen, Probleme zu erkennen und
experimentelle Methoden zu ihrer Lösung zu beherrschen. Das Studium der
Biochemie und Molekularbiologie vermittelt die methodischen und
konzeptuellen Grundlagen für Arbeiten in der biomedizinischen
Grundlagenforschung und Biotechnologie.
Das Studium umfasst Lehrveranstaltungen in Biochemie und
Molekularbiologie sowie ausgewählte Lehrveranstaltungen aus den
Studiengängen Biologie und Chemie. Es besteht aus zwei Teilen. Der
erste führt nach 3 Jahren zum Abschluss Bachelor of Science (BSc) in
Biochemie und Molekularbiologie, der zweite nach 1 1/2 Jahren zum Abschluss Master (MSc) of Molecular Life Sciences. Die Zweiteilung erlaubt es, das Studium nach
drei Jahren mit einem anerkannten Zeugnis abzuschliessen. Sie
ermöglicht nach dem Bachelor-Abschluss einen Studienwechsel (Mobilität)
an eine andere Universität oder Technische Hochschule. Das
Masterstudium ist Voraussetzung für das Doktoratsstudium (PhD).
Bedarf für gut ausgebildete BiochemikerInnen haben Life Science
Unternehmen wie Novartis und Roche, und je länger
je mehr auch Start-up
Biotechfirmen, die unbelastet von historisch gewachsenen Organisationsstrukturen, innovative Forschung und Entwicklung
betreiben. BiochemikerInnen sind in der Lebensmittelindustrie für die
Produktenentwicklung und die Qualitätskontrolle verantwortlich, in
Spitallabors und in privaten Medizinallabors unterstützen sie Ärzte und
Patienten mit medizinischer Analytik. Absolventen mit einem Master in
Molecular Life Sciences mit Schwerpunkt Biochemistry/
Chemical Biology
können das Gymnasiallehrerdiplom für das Zentralfach Chemie erlangen.
Bundesämter und kantonale Laboratorien mit Verantwortung für Umwelt und
Gesundheit benötigen ebenfalls NaturwissenschaftlerInnen, die fähig
sind Gesetze und Vorschriften realitätsnah und praktisch umzusetzen.
Bachelor- und Masterstudiengänge werden als Hauptfach (Major, Umfang 180 ECTS) und als Nebenfächer unter schiedlichen Umfangs (Minors) angeboten. Solche Minors werden z.B. von Studierenden absolviert, die im Erstfach Geowissenschaften, Informatik, Philosophie oder Sport- wissenschaft studieren.